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Muttertier von Daniela

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Herausgegeben von in Frei sich bilden -Sammlung wahrer begebenheiten ·

Tief in mir liegt mein Muttertier flach auf dem Bauch und versteckt sich unter einer dicken Schicht Selbstzweifel.
Sie traut sich nicht raus. Nicht auffallen, nicht anecken, brav der Gesellschaft dienen.

So ging mein erster Sohn mit nicht ganz 3 Jahren in den Kiga.
Es war der richtige Zeitpunkt – dachte ich.

Heute weiß ich, das er sehr feine Antennen hat, die viel Ruhe und Rückzug benötigen.
Heute weiß ich, dass ich besser auf seine Signale hätte achten sollen anstatt auf fremde Menschen zu hören.
Heute weiß ich, dass ich zu viel von ihm erwartet hab.
Heute weiß ich, dass, ich ihn unter großen Druck gesetzt habe.
Heute weiß ich, er wollte da  nicht hin, er wollte da nicht bleiben aber er liebt mich und kooperierte.

Ich war schwanger und mein Muttertier stellte sich auf die Hinterbeine indem ich eine Hausgeburt plante. Meine Erfahrungen unter der Geburt im Krankenhaus erzeugte eine so große Angst, dass ich meinen 2. Sohn lieber da bekam wo ich mich sicher fühlt.

Mir nahestehende Menschen gingen in Angriffshaltung und sagten mir wie unverantwortlich ich sei.
Mein Muttertier machte sich grade, denn die Angst vom Krankenhaus und die erlangte Sicherheit durch Fakten und Hebamme war größer als der gesellschaftliche Druck.

Ich gebar meinen 2. Sohn im Wohnzimmer im Gebärpool. Mit meinem Mann und meiner  Hebamme an meiner Seite erhob sich mein Muttertier in majestätische Höhe.

Ich war da trotz aufbäumendem Muttertier der Ansicht ein Kind sollte in den Kiga.
Es folgten nach einem Umzug weitere Kigas, in denen er gut mit Kindern in Kontakt kam, Freunde fand aber an den Erziehern scheiterte.

Ein weiterer Umzug brachte uns in die Nähe einer tollen kleinen nach Montessori arbeitenden Schule und es gab die Möglichkeit ihn dort einschulen zu lassen obwohl wir in einem anderen Bezirk wohnten.
Mein Sohn hatte sich schon mit 5 gegen die Schule ausgesprochen und ich war der festen Überzeugung, dass sich das verwächst.

Mein Muttertier hatte in der Zwischenzeit eine weitere Hausgeburt mit erhobenem Hauptes vollbracht aber die Zeichen meiner Söhne verstand ich immer noch nicht.

Aus dem letzten Kiga nahm ich ihn dann auf seinen Wunsch hin raus da er sich dort extrem langweilte. Es gab kein vernünftiges Vorschulprogramm oder altersgerechte Beschäftigungsangebote. Er war dort einige Monate hin gegangen weil er dort eine Freundin gefunden hatte, die er sehr liebt. Er hat sich an sie gebunden weil er von den Erzieherinnen den nötigen Halt nicht bekam.
Heute weiß ich, dass das Binden an Gleichaltrige anstatt an Erwachsene ein emotionale Einbahnstraße ist.
Keiner der jungen Menschen besitzt die emotionale Reife sich um den anderen so zu kümmern wie es in dem Alter nötig wäre.



Meinen Antrag auf außerbezirkliche Einschulung wurde angelehnt da ich kein psychologisches Gutachten erbringen konnte. Ich war zu der Zeit der Auffassung, dass ein hochsensibles Kind, wie mein Sohn, auf Grund seiner Hochsensibilität diese kleine Schule besuchen sollte um nicht überfordert zu sein. Ich wusste aber auch dass Hochsensibilität keine Erkrankung ist die therapiert werden kann sondern ein Wesenszug ist, der in passender Umgebung keine Auffälligkeiten hervorruft.

Aber natürlich will dann ein Schulamt eine Diagnose um ihn in eine Schublade zu stecken um dann eine Maßnahme festlegen zu können.
Es soll ihm ja geholfen werden.

Ich gab auf. Mein Muttertier deckte sich mit Selbstmitleid zu und ignorierte die Zeichen vom Sohn.

Er wurde im August 2016 in eine Grundschule mit 360 Schülern eingeschult und zeigte bei der Einschulung schon deutlich, dass es furchtbar für ihn ist.
Selbst die Aussicht auf Geschenke, die eine familiäre Einschulungsfeier zu Hause versprach, halfen ihm nicht über das Erlebnis hinweg.

Nach wenigen Tagen fand er deutliche Worte:
ICH HASSE DIE SCHULE – ICH HASSE MEIN LEBEN.

Aber ich redete es klein. Gestand ihm diese heftigen Gefühle nicht zu.
Ich sah keinen andere Möglichkeit als ihn weiter zu zwingen da hin zugehen weil ich dachte, oder hoffte er würde sich dran gewöhnen eine Zeitlang am Tag seine Bedürfnisse zurück zu stecken.
Er aß nicht mehr, er spielte nicht mehr und er lachte nicht mehr.
Ich sperrte mein  Muttertier ein und band mir die Augen zu.

Er hatte oft Kopfschmerzen und nach 3 Wochen weigerte er sich eines morgens aus dem Auto auszusteigen. Ich trat mein sich aufbäumendes Muttertier in die Ecke und drohte, schimpfte und erpresste an ihm herum. Aber was tat mein mutiger Sohn. Er verkroch sich hinterm Autositz und weinte herzzerreißend. Da machte es WUAHRRR. Mein Muttertier trat mir volle Wucht in den Rücken. Ich fiel zu Boden und sah meinem Sohn in die Augen.

Was tu ich hier? Was verdammt nochmal ist los mit mir, dass ich meinem geliebten Sohn so eine Mutter bin und ihn zwingen will sich etwas auszusetzen was er offensichtlich schrecklich findet?

Ich suchte nach Auswegen

Auswandern...
Untertauchen...
andere Schule....

Letzteres wurde es dann.

Ich versprach ihm, dass jetzt alles besser wird und er glaubte mir wieder.
Es machte auch den Anschein als täte es das.
Kopf- und Bauchschmerzen begleiteten weiterhin die Schulwochen. Er aß und trank in der Schule nichts. Fand Anschluss und verlor ihn wieder.
Mein Muttertier litt still in mir und ich setzt mir eine Weile Scheuklappen auf weil es so schmerzte es mit anzusehen.
Ich sah keinen anderen Weg als ihn zu zwingen. Ich hatte große Angst vor dem was dann auf uns zu kommen würde
Dachte das Schlimmste wie Sorgerechtsentzug oder gar an Herausnahme aus der Familie und sah im Zwingen das kleinere Übel für ihn und mich.

Er gab sich solche Mühe, setzte deutliche Zeichen, dass es unerträglich war.
Mein Muttertier suchte nach Auswegen. Selbst Autismus und Asperger zog ich in betracht um dann nach der Recherchen festzustelen das es nicht zutraf.

Er gab alles und dann wurde er krank.
Ein heftiger Kruppanfall in der Woche vor den Herbstferien 2016 ließ mein Muttertier wieder aufhorchen.
Es ging ihm so schlecht wie noch nie. Mein Muttertier kämpfte sich hoch und ich wusste, dass ich das Zeichen nicht mehr ignorieren kann und meine Recherche ging in die schulfreie Richtung.
In den Herbstferien war er wie ausgewechselt.
Er genoss die freien Tage und fand das Lächeln wieder.
Er nahm am Familienleben teil und freute sich auf Halloween.

Die Ferien waren viel zu schnell vorbei und ich war immer noch nicht soweit zu ihm zu stehen.
Der erste Schultag nach den Ferien wurde dann zu seinem letzten.
Er stand morgens auf, zog sich an, aß eine Kleinigkeit und weigerte sich dann ins Auto zu steigen.
Sein Vater war an dem Tag da um ihn zur Schule zu bringen und dieser reagierte wie ich reagiert hatte als sich unser Sohn das erste Mal geweigert hatte in die Schule zu gehen.

Mein Muttertier stand auf und reagierte besonnen und lehnte sich gegen den Druck und das Schimpfen des Vaters auf.
Für mich war nun klar dass hier Schluss sein muss mit Gewalt, denn nichts anderes ist das Zwingen von Menschen etwas, was sie nicht wollen.
Er blieb zu Hause und wir kommunizierten das offen an die Schule.
Seine Worte waren wieder sehr deutlich:
Er sagte er lernt da nichts.
Er langweilt sich und es ist alles so kompliziert.
Er will lieber spielen.

Dafür erntete ich im ersten Gespräch mit dem Schulleiter absolutes Unverständnis welches er bei allen weiteren Gespräche beibehielt. Unser Sohn muss doch verstehen, dass er zur Schule muss.
Alles andere wäre dann ein krankhaftes Verhalten und muss behandelt werden.
Autismus, Aserger ect kam ins Gespräch weil keiner mit der offenen Weigerung unseres Sohnes klar kam. Ich hielt dagegen und entschloss mich, mittlerweile mit Unterstützung des Vaters und erfahrenen Menschen an meiner Seite, den offenen Weg zu gehen.

Mein Muttertier stand nun sicher auf ihren zwei Beinen und räumte in mir mit gesellschaftlichen Normen, Druck, Diagnosen und Schubladendenken auf.
Oft taten die Erkenntnisse weh und ich verlor auf dem Weg einige Freunde und Familienmitglieder.
Ich habe, wie bei allem was ich tut, mir Sicherheit durch Fakten und verschiedenen Meinungen geholt.
Ich bin ein sehr gewissenhafter Mensch und meine Meinung zum Schulthema entstand in vielen Gesprächen, durch Bücher und viel Selbsterkenntnis.
Es war schwer einige der Gedanken los zu lassen, die ich jahrelang in mit trug um das Erlebte nicht als schmerzhaft zu empfinden. Vieles was ich dachte, war zum eigenen Schutz in meinem Kopf aber mein Muttertier grub es aus und half mir damit klar zu kommen.

In den letzten Monaten hab ich mir angehört, dass ich unfähig sei meinen Söhnen Grenzen und Regeln „beizubringen“ weil ich ihre Meinung und ihren Willen akzeptiere, dass ich gehirngewaschen wäre weil ich meinen Sohn nicht weiter zwinge zur Schule zu gehen, dass ich verantwortungslos und unreif bin und dass mein Sohn bemitleidenswert wäre.

Mein Muttertier hebt selbstbewusst den Kopf und lächelt.
Ich fühle mich nicht angegriffen, weil ich weiß was in ihren Köpfen vorgeht.
Ich werde mich nicht für unseren Weg rechtfertigen denn ich stelle ihn nicht in Frage.
Ich sehe meine 3 Söhne als das was sie sind.
Vollwertige, ernstzunehmende Menschen mit dem Recht auf ihre eigene Meinung, ihrem Willen und dem Recht NEIN zu sagen.
Sie sind wie sie sind und werden nicht erst Menschen sondern werden als Mensch geboren.
Mit allem ausgestattet was sie zum überleben brauchen.
Sie wissen wann sie Hunger oder Durst haben oder wann sie müde sind.

Ich hab sogar herausgefunden, dass ein Mensch ab Geburt weiß wann er aufs Klo muss und kann dies zurück halten bis er am geeigneten Ort ist. (windelfrei)
Oder ich kann ihm diese Fähigkeiten nehmen indem ich sie ignoriere.

Er gibt Zeichen und wenn wir aufmerksam genug sind, ist es uns möglich diese Zeichen zu sehen und die jungen Menschen zu verstehen.

Gibt es dann vielleicht noch mehr Zeichen, die wir sehen können wenn wir genau hinsehen?
Sind Bauchschmerzen, die am Wochenende weg sind ein Zeichen?
Sind Kopfschmerzen, die von Medikamenten nicht weggehen ein Zeichen?

Eine Weigerung ist ein Zeichen. Ein deutliches Zeichen, dass er nicht in der Lage ist sich dieser Situation auszusetzen.
Was gestehen wir einem Erwachsenen zu, der merkt dass er sich dieser Situation nicht aussetzten will weil er sich nicht gut fühlt?
Er kann sich entscheiden, sich nicht mehr in diese Situation zu begeben.
Ein Kind ist in der selben Situation ist dann krank und muss behandelt werden damit er diese Situation dann doch erträgt.

Ein Blick über Deutschlands Tellerrand zeigt, dass der junge Mensch eben nicht krank ist.
Im europäischen Ausland gibt es den Weg sich frei zu Bilden.

Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass es bis zum 2. Weltkrieg in Deutschland ebenfalls diese Möglichkeit gab.

Um 1938 wurde der Schulzwang eingeführt, der bis heute seine Wirkung nicht verfehlt hat.
Niemand stellt ihn in Frage.
Niemand traut sich, ihn in Frage zu stellen und wenn da doch mal jemand kommt, der durch den Schmerz in den Augen seines Kindes hinter das vermeintlich Gute schaut, wird er denunziert, bedroht, für unfähig erklärt und es wird sogar versucht das Sorgerecht zu entziehen.

Der Vater meiner Söhne und ich haben auf unsere Fähigkeiten als Eltern vertraut und uns einem familiengerichtlichen Verfahren gestellt.
Mit dem ASD (allgemeiner Sozialer Dienst) kamen wir in einem ersten Gespräch überhaupt nicht überein da der Schulzwang über das Kindeswohl gestellt wurde und wir als unfähig hingestellt wurden.
Mit der Verfahrensbeiständin fanden wir dann eine Vertraute, die uns und vor allem unseren Sohn ernst nahm und so stellte sie fest, dass er ein normaler junger Mensch ist, der mit Fähigkeiten und Talenten ausgestattet ist, die im Allgemeinen als besonders angesehen werden würden.
Sie stelle, wider jeder Annahme des ASD fest, dass wir einen respektvollen und liebevollen Umgang mit unseren Söhne pflegen und sie uns gegenüber ebenso respektvoll sind.
Sie sprach sich deutlich gegen eine Zwangsbeschulung aus da daraus eine Bildungsunfähigkeit entstehen könnte.

Wir suchen nun eine freie demokratische Schule, die uns in unserer Freiheit, des frei sich Bildens, unterstützt um so wenigstens nicht mehr mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen.
Sollten wir keine finden werden wir weiterhin hinter ihm stehen.

Seit er sein kann wie er ist,
weil wir ihn so sein lassen wie er ist,
zeigt er uns was in ihm steckt.

Die Menschen, die uns nicht verstehen, wollen nicht sehen wie gut es ihm geht, wie toll er sich entwickelt.
Sie sehen nur die gesellschaftlichen anerkannten Verhaltensweisen und ziehen daraus das was „man“ machen und was nicht.

Sie sehen nicht, dass die jungen Menschen von heute kein großelterliches Erbe mehr tragen und das  die geforderten Normen unnötig geworden sind.
Dass sie mit ihrem freien Denken und selbstbestimmten Sein, die dringen benötigte Veränderung herbeiführen werden.

Es macht mein Muttertier traurig,
.., dass sie nicht all das Wundervolle in ihm sehen können, welches ich sehe.
.., dass sie nicht erkennen, dass der eine Weg nicht der richtige für alle ist.
.., dass sie sich über mich lustig machen müssen um ihre Zweifel mit ihrem Lachen zu übertönen.

Sie blicken nicht dahin wo das Muttertier hin blickt und es tut weh, dass sie ihn nicht so bedingungslos lieben können wie ICH.


„Kinder verdienen unsere Fürsorge, unseren Respekt und unsere bedingungslose Liebe!“
(Henrietta von Rabeneltern.org)


"Der Konkurrenzgeist, der in der Schule herrscht, zerstört alle Gefühle menschlicher Bruderschaft und Zusammenarbeit, und versteht Erfolg nicht als das Ergebnis einer Liebe zu produktiver und nachdenkender Arbeit, sondern als Produkt des persönlichen Ehrgeizes und der Angst vor Ablehnung."

Albert Einstein







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